März ’13: Food, Inc. – Was essen wir wirklich?

Glückliche Kühe, auf grünen Wiesen – daran möchten wir Konsumenten glauben, wenn wir unser täglich Fleisch zu uns nehmen. Doch die Wirklichkeit der ‚‘natürlichen'‘ Nahrungsmittelproduktion in Industrienationen sieht um einiges düsterer aus. Genmanipuliertes Getreide, mit Medikamenten versetztes Tierfutter, hormonbehandeltes Mastvieh – die Liste des Schreckens ist lang und kaum ein landwirtschaftlicher Bereich, der nicht schon von einem Skandal betroffen gewesen wäre. Doch was wissen wir eigentlich wirklich über die Lebensmittel, die wir täglich essen? FOOD, INC. zeigt, wie eine Handvoll Konzerne darüber bestimmt, was wir essen und was wir über unser Essen wissen dürfen. Und wie verantwortungslos die Lebensmittelindustrie handelt und zur Wahrung des eigenen Profits die Lebensgrundlage zahlreicher Landwirte und die Gesundheit der Konsumenten aufs Spiel setzt…

Mittwoch | 06. März | 19:00 Uhr

Februar ’12: The Great Debaters

Wir schreiben die 1930er Jahre: Das Wiley College in Texas ist eines der wenigen Bildungseinrichtungen im Süden der Vereinigten Staaten, an dem Schwarze gute Chancen haben. Der engagierte Professor Melvin B. Tolson (Denzel Washington) leitet eine Diskussionsgruppe, in der die Schüler die hohe Kunst der politischen Debatte erlernen. Sein Traum: Den diesmal besonders talentierten Jahrgang bis zur Teilnahme am Wettbewerb der renommierten Harvard University zu führen. Er schickt seine vier besten Studenten drei Afroamerikaner und eine Frau ins Rennen. Doch bis zum Sieg ist es ein weiter und steiniger Weg… „The Great Debaters – Die Macht der Worte“ ist ein Drama über die historischen Ursprünge der schwarzen Bürgerrechtsbewegung. Das spannende Politstück basiert auf einer wahren Geschichte, Melvin B. Tolson und sein Debattierclub existierte tatsächlich. Erzählt wird eine gute Geschichte voll von Liebe und Hoffnung. Doch sie blendet auch nicht aus, was in den frühen Jahrzehnten des letzten Jahrhunderts bitterer Alltag war und mancherorts auch heute noch ist: Rassismus, Sexismus, Snobismus, Eifersucht, Hass.

Mittwoch | 06. Februar | 19:00 Uhr | Flyer

Dezember ’12: Musik als Waffe

Musik wurde in US-Gefängnissen wie jenem in Guantanamo als Foltermethode eingesetzt. Kinderlieder der Sesamstraße aus der Feder von Christopher Cerf setzten die CIA-Mitarbeiter in den engen Zellen für die Zermürbung der Gefangenen ein. Cerf und der Filmemacher Tristan Chytroschek spüren in ihrem Dokumentarfilm nach, wie die harmlosen und lehrreichen Kinderlieder für eine Gehirnwäsche mit einem Mix aus Licht und Klang pervertiert werden konnten. Schließlich setzte sich Cerf selbst der Tortur aus mit einem Sack über dem Kopf (Bild).

Musik umgeht den Verstand und berührt die Seele. Musik ist Magie. Doch genau diese geheimnisvolle Macht über die menschlichen Gefühle kann sie zur heimtückischen Waffe werden lassen. Die Erkenntnisse im Schall-Labor der Universität Montreal zeigen, dass bestimmte Musik im Gehirn Angst auslösen kann. Immerhin hatten Koreaner und Chinesen im Koreakrieg der 50er-Jahre bereits Musik zur Folterung bei amerikanischen Gefangenen verwendet. Ob preußischer Marsch, afrikanischer Kriegstanz oder ohrenbetäubende Heavy-Metal-Musik – seit es Krieg gibt, wird er von Musik begleitet: Klänge und Rhythmen sollen Kämpfer in einen Blutrausch versetzen oder Gegner zermürben. Letzteres schafft sogar ein niedliches Kinderlied, wenn es in einer Endlosschleife und entsprechend laut gespielt wird.
Als Christopher Cerf, Komponist von über 200 Liedern für die Kindersendung „Sesamstraße“, davon erfährt, dass seine Arbeit für solche Zwecke eingesetzt wird, ist er fassungslos. Vor Ort will er erfahren, was seine Lieder und andere Musik mit Gewalt, Folter und Tod zu tun haben.

Cerf begegnet einem US-Soldaten, der in Guantánamo Gefangene bewacht und das Foltern durch Musik miterlebt hat. Er befragt einen Verhörspezialisten, der erklärt, wie der US-Geheimdienst Musik als quälendes Werkzeug einsetzt. So soll durch tagelanges, ununterbrochenes Abspielen unerträglich lauter westlicher Musik der Willen von Gefangenen gebrochen werden. Um wirklich zu verstehen, was Musik Schreckliches in einem Menschen auslösen kann, wagt der Komponist einen Selbstversuch und begibt sich in die Position des Opfers. Mit einem Sack über dem Kopf, allein in einer dunklen Zelle, setzt er sich den Klängen der Folterer aus.

Mittwoch | 05. Dezember | 19:00 Uhr | Flyer

November ’12: Bahrain – Verbotene Bilder

Was in Bahrain geschieht, erfährt man lediglich aus Amateurvideos auf YouTube und Aktivistenberichten via Twitter. Die Filmemacherin Stéphanie Lamorré teilte allerdings kürzlich während eines einmonatigen illegalen Aufenthaltes im Land das Leben der Aufständischen. Um unabhängig zu berichten, schmuggelte sie eine Filmkamera ins Land, mit der sie dann verdeckt drehte.
Seit einem Jahr demonstrieren Menschen in Bahrain unter Lebensgefahr. Es gab schon 60 Tote, eine hohe Zahl in einem Land mit nur 600.000 Einwohnern. Die Forderungen sind dieselben wie in Syrien, Ägypten und Tunesien: Demokratie und Freiheit. Doch durch das Einreiseverbot für Journalisten und das Anheuern von amerikanischen Spin Doctors ist es dem kleinen Königreich gelungen, die tatsächlich existierende Protestbewegung im Land vor der Weltöffentlichkeit zu verbergen. Zu ihrem Unglück stehen die Aufständischen von Bahrain strategisch auf der Verliererseite. Das Land ist ein Satellit Saudi-Arabiens und ein Verbündeter des Westens. Die friedlichen Demonstrationen bahrainischer Zivilisten wurden sogar von Panzern der eigens eingerückten saudischen Armee niedergeschlagen; eigentlich ein militärischer Überfall auf eine unabhängige Nation, auch wenn von offizieller Stelle „zur Wiederherstellung der Ordnung“ erwünscht.
Stéphanie Lamorrés Aufnahmen – auch aus belagerten Dörfern im Landesinneren – dokumentieren die politische und soziale Lage sowie die täglichen gewaltsam unterdrückten Demonstrationen des Inselstaates. Ihre wichtigsten Begleiterinnen vor Ort – Nafissa, Maryam und Zainab – verkörpern drei verschiedene Schicksale und vermitteln drei Sichtweisen auf ein Land, dem die Arabische Revolution untersagt ist. Die furchtlosen Aktivistinnen erläutern, wie lebenswichtig ihnen die Sichtbarmachung ihrer Forderungen ist. Eine mutige und bewegende Dokumentation über die Geschichte eines Aufstandes gegen die Staatsgewalt.

Mittwoch | 07. November | 19:00 Uhr | Flyer

September ’12: H wie Heimat

In der 40-minütigen Dokumentation kommen ausschließlich BewohnerInnen des Flüchtlingsheimes Talstraße 24 in der Wuppertaler Nachbarstadt Velbert zu Wort. Das Haus steht aufgrund der unerträglichen Bedingungen für die Flüchtlinge seit Jahren in der Kritik. Nun fordern einige BewohnerInnen die endgültige Schließung. Das hat mittlerweile auch die Presse auf die Situation aufmerksam gemacht.

Eine verschimmelte Dusche für alle HausbewohnerInnen, mutwillig verknappter Lebensraum für Familien, desolate Fenster und Türen, abblätternde Fassaden – das Flüchtlingsheim in der Velberter Talstraße ist ein Skandal im Skandal des Umgangs mit Flüchtlingen in Deutschland. In der Dokumentation kommen einge der BewohnerInnen zu Wort. Martin, der schwer erkrankt seit Jahren uner diesen Bedingungen lebt, Zumana, der nicht versteht, warum man es den Menschen so schwer macht, ein eigenes, würdiges Leben zu führen, Rosette, die sich in einer deprimierenden Warteposition befindet. Aber auch Kinder, die in der Talstraße leben (müssen). Sie haben oft einen anderen Blick auf ihr Leben und die Umgebungsbedingungen.

“H wie Heimat” gibt ihnen die Möglichkeit, zu erzählen und zu zeigen – ohne, daß die Regisseurin sich einmischt. Darin liegt die Kraft des Films, der in der Stadt, die die unwürdige Unterbringung zu verantworten hat, Premiere feiert. Wenn “feiern” in diesem Zusammenhang das richtige Wort ist.

Feiern würden die BewohnerInnen nämlich eigentlich nur die Schließung des Hauses und die Unterbringung in eigenen Wohnungen…

Mittwoch | 05. September | 19:00 Uhr | Flyer